Am 22. und 23.04.26 besuchten die Klassen 9 der Realschule plus am Schlossberg Westerburg die Gedenkstätte Hadamar. Ziel der in den Fächern Ethik, Religion und Geschichte ausführlich vorbereiteten Exkursion war es, sich intensiv mit den von den Nationalsozialisten euphemistisch als „Euthanasie“ bezeichneten Verbrechen an Zehntausenden Menschen auseinanderzusetzen und dies durch Kennenlernen der historischen Orte, an denen sie Opfer der nationalsozialistischen Ideologie wurden, zu konkretisieren.
Vor Ort beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit Biographien einzelner Opfer und lernten so persönliche Schicksale hinter den abstrakten Opferzahlen kennen. Sie erfuhren bei der Auseinandersetzung mit den Lebensläufen von Täterinnen und Tätern von Rechtfertigungs- und Verdrängungsstrategien und zogen Parallelen zu historischen und aktuellen Ereignissen. Diese biographische Arbeit ermöglichte einen individualisierten und direkten Zugang und förderte das Bewusstsein für die Bedeutung von Menschenrechten und Menschenwürde – wie sie in Artikel 1 des Grundgesetzes verankert sind.
Durch die eigene Anschauung, die Gespräche vor Ort und die damit verbundene die aktive Auseinandersetzung mit den historischen Dokumenten, Räumen und Erinnerungsorten wurde ein Brückenschlag zur Gegenwart geschaffen. Die Exkursion verdeutlichte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, sich entschieden für Demokratie, Toleranz und den Schutz der Menschenwürde einzusetzen.
Die Schülerinnen und Schüler kehrten nachdenklich, aber auch gestärkt in ihrem Bewusstsein für demokratische Werte zurück – mit der Erkenntnis, dass Erinnerung und Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind.